Was Für Schönes Kind

Die Mekkaner hatten eine Sitte, die es bei ihnen schon seit geraumer Zeit gab. Sie säugten ihre neugeborenen Kinder nicht selber, sondern gaben ihre Kinder Ammenmüttern, die in den Hochebenen lebten.

Die Luft in Mekka war heiß und schwül. Die Luft in den Hochebenen hingegen war frischer. Das Wasser war süß und sauber. Dies alles würde den Babys besser bekom­men. Die Kinder hatten dort auch die Möglichkeit eine beredte Sprache zu lernen, weil die Sprache der Bewohner der Hochebenen sehr korrekt war.

Die Frauen, die in den Hochebenen lebten, kamen mehrmals im Jahr nach Mek­ka herunter. Sie nahmen die neugeborenen Kinder entgegen und kehrten mit ihnen zurück. Der Säugling blieb manchmal zwei oder drei Jahre bei seiner Amme. Die Ammen bekamen dafür guten Lohn und manche Geschenke.

unser Prophet war neugeboren.

Wieder kamen aus der ganzen Gegend viele Ammen nach Mekka. Diesmal waren es die Frauen des Stammes der Beni Sa'd. Jede der Ammen fand ein geeignetes Baby. Jedoch keine von ihnen wollte die Amme unseres Gesandten werden, weil unser Prophet ein Waisenkind war. Zwei Monate vor seiner Geburt hatte er seinen Vater verloren. Die Frauen dachten: „Was kann uns seine Mutter oder sein Großvater schon geben. Wir werden keinen Nutzen von ihm ziehen."

Nur eine der Frauen war übriggeblieben. Ihr Name war Halime. Ihre Freundinnen hatten sich alle schon neugeborene Babys geholt, jedoch sie war zu spät.

Halime war traurig, denn sie wollte nicht mit leeren Händen in ihr Heim zurückkeh­ren. Alle hatten für sich ein geeignetes Kind gefunden . Wie konnte sie da mit leeren Händen zurückgehen?

Auch die Mutter und der Großvater unseres Gesandten waren betrübt, weil sie für unseren Gesandten keine Amme fanden.

In der Hoffnung doch noch ein Kind zum Säugen zu finden, lief Halime durch die Straßen Mekkas. Auch Abdulmuttalib ging durch die Straßen und suchte verzweifelt überall nach einer Amme für seinen Enkel, und es kam wie es kommen mußte - sie trafen sich. Es schien als ob sie sich gegenseitig gesucht hätten.

Zwischen Abdulmuttalib und Halime kam es zu folgendem Gespräch:

„Von wo bist du?"

„Ich bin vom Stamm der Beni Sa'd."

„Wie heißt du?"

„Halime."

„Sehr schön. Hilm (Sanftmut) ist eine schöne Tugend."

und Abdulmuttalib fuhr fort: „Oh Halime, ich habe ein Waisenkind bei mir zu Hau­se. Es ist mein Enkel. Die anderen Frauen nahmen ihn nicht, da sie dachten von ei­nem Waisenkind könnten sie keinen Nutzen ziehen. Komm, säuge du ihn. In seinem

Gesicht leuchtet Wohlergehen. Ich hoffe, daß auch du durch ihn Wohltat und Vermeh­rung erfahren wirst."

Halime war durch die lange Sucherei müde geworden und außerdem sah sie nir­gends ein anderes Kind, das sie zu sich nehmen könnte. Also nahm sie den Vor­schlag innig an. Sie wollte jedoch noch die Meinung ihres Mannes einholen. So ging sie eilig zu ihm und erklärte ihre Lage. Die Worte ihres Mannes beruhigten sie:

„Natürlich, Frau. Du kannst sofort hingehen und das Waisenkind aufnehmen. Wenn ein Kind keinen Vater hat, dann bedeutet das nicht, daß es keinen Beschützer hätte. Denn der Beschützer eines Waisen ist Allah."

Glücklich über diese Worte ging Halime zum Großvater unseres Propheten:

„Mein Mann ist einverstanden. Ich werde das Kind aufnehmen." Zusammen gingen sie ins Haus, wo sich unser Gesandter befand. Es war das schlichte Haus seiner Mutter. Muhammed (a.s.v.) schlief. Er war in eine weiße Decke aus Wolle gewickelt und darunter in ein grünes Tuch. Sein Zimmer roch wundervoll. Halime näherte sich dem schönen Baby. Für einen Moment schien es, als verlöre sie ihr Bewußtsein. Bis jetzt hatte sie noch nie ein so wunderschönes Kind gesehen. Halime war außer sich. Ihr Inneres war ganz von Liebe erfüllt und sie brachte es nicht über sich, den kleinen Muhammed (a.s.v.) zu wecken.

Statt des Kummers, den sie gehabt hatte, war sie nun überglücklich. Sie fühlte sich so leicht wie ein Vogel. Die Sorge, daß sie stundenlang kein Baby gefunden hatte und die Bedrückung darüber, war nun fort. Jetzt war sie so glücklich ein solch wunderba­res Kind mit nach Hause nehmen zu können.

Halime hielt es nicht länger aus und setzte sich neben unseren Gesandten. Sie hob das Tuch leicht an und küßte seine watteweichen, nach Rosen riechenden Hände. Da öffnete Muhammed (a.s.v.) seine schönen Augen und lächelte seine Amme an. Halime war hingerissen. Sie nahm das Baby in die Arme und drückte es an sich.

Plötzlich geschah etwas Sonderbares. Ihre Brust, in der sich seit Tagen kaum Milch befand, füllte sich. Es war, als ob jede Brust eine überfließende Milchquelle wur­de. Halime war verwundert. Sie dachte daran, den kleinen Muhammed (a.s.v.) gleich dort zu stillen. Jedoch ihr Mann wartete auf sie. Als ihr dies einfiel, bat sie sogleich um Erlaubnis gehen zu dürfen:

„Wenn sie erlauben, möchte ich jetzt mit dem Kind gehen." sagte sie.

Die Mutter unseres Gesandten und sein Großvater waren einverstanden. Sie pack­ten die Sachen unseres Propheten in ein Einschlagetuch. Das Einschlagetuch nahm Abdulmuttalib und Halime nahm das Baby.

Halime wollte unseren Propheten nicht einen Moment aus ihren Armen lassen. Sie verabschiedete sich von Hz. Amina. Der Abschied von ihrem Kind viel Hz. Amina trotz allem schwer und sie war sehr traurig.

Halime kam gerade rechtzeitig bei ihrem Mann Haris an, der sehr in Eile war nach Hause zurückzukehren. Sie jedoch wollte nun so schnell wie möglich das Baby stil­len. Sie gab ihm ihre linke Brust, doch unser Prophet nahm sie nicht. Halime versuch­te es noch einmal, aber Muhammed (a.s.v.) wollte von der linken Brust seiner Amme nicht trinken. Daraufhin gab Halime ihm zur Abwechslung ihre rechte Brust, und Muhammed (a.s.v.) trank. Das war das erste gute Anzeichen von Überfluß und Glück, welches unser Gesandter mit sich brachte.

In dieser Nacht erreichten sie die Hochebenen nicht, sondern übernachteten ein Stück weit außerhalb Mekkas. Halime und ihr Mann schliefen in dieser Nacht sehr ru­hig und ungestört, denn auch ihr eigenes Kind, das Halime säugte, und sonst immer vor Hunger weinte, wurde satt.

Als es Morgen wurde, lief Halimes Mann, um die mitgeführten Kamele zu melken. Jedes Euter, das er anfaßte war prall gefüllt. Haris wußte nicht, was er vor lauter Er­staunen tun sollte. Wie kam es, daß die Euter der Kamele plötzlich so viel Milch ga­ben?

Ganz verwundert rief er Halime zu: „Oh Halime! Wisse, daß das Kind, das du zu dir genommen hast, ein gesegnetes und glückbringendes Kind ist." und Halime stimmte ihrem Mann zu:

„Bei Gott ich hoffe auch, daß es so sein wird."

Das, was sie vermuteten, sollte sich bewahrheiten. Das schönste Baby des Univer­sums sollte ihnen Wohltat und Vermehrung bringen.

Zur selben Zeit geschah noch etwas Seltsames.

Halime und ihr Mann waren von der Karavane sehr weit zurückgeblieben, weil es so lange gedauert hatte, ein Kind zu finden. Die Karavane ging weit vorne. Man konn­te es an den Staubwolken erkennen. Halime mußte ihre Freundinnen einholen, aber der Esel, auf dem sie ritten, war alt und schwach. Da geschah jedoch das Merkwür­dige; als Halime auf den Esel stieg, kam er plötzlich in Bewegung. Sie kamen jetzt sehr schnell voran. Der alte, unbewegliche Esel war gegangen und ein kräftiger und schneller Esel war aus ihm geworden.

Halime und ihr Mann waren ganz verblüfft. Der Esel war derselbe, aber aus wel­chem Grund wurde er auf einmal so schnell? Sie hatten auch diesen Grund verstan­den. Der Anlaß war, weil Halime unseren Propheten bei sich hatte. Daher bekam der Esel soviel Kraft und Schnelligkeit.

In kurzer Zeit holten sie die Karavane ein. Ja, sie überholten sie sogar. Alle Teilneh­mer der Karavane waren sehr verwundert. Sie konnten ihren Augen kaum trauen.

„Oh Halime! Was ist los mit dir? Warte doch auf uns!" riefen sie alle.

Halime rief zurück. Bei Gott, ich hetze den Esel nicht. Er läuft von selbst."

Die Frauen waren alle sehr erstaunt. Diesmal fragten sie voller Neugier: „Oder hast du etwa deinen Esel gewechselt?"

Halime sagte: „Nein, wie ihr seht, ist es derselbe Esel. Aber heute ist etwas Sonder­bares an ihm."

Keine von den Frauen konnte dieses Geheimnis enträtseln.

unser Gottesgesandter war nun auf der Hochebene des Stammes der Beni Sa'd. Er sollte von nun an die saubere Luft einatmen und vom klaren Wasser trinken. Er sollte das Zwitschern der Vögel und das Blöken der Schafe hören.

Mit dem Kommen des Propheten war nunmehr alles in Hülle und Fülle vorhanden. Von der Brust, von der kaum Milch kam, war jetzt Überfluß da. Die Tiere fraßen sich satt und gaben soviel Milch wie man wollte. Dieser Segen gehörte aber nur dem Hause Halimes, die Muhammed (a.s.v.) aufgenommen hatte. Bei den anderen war es nicht so. Alle anderen schwammen wie zuvor in Armut. Die Frauen, die unseren Pro­pheten nicht haben wollten, nur weil er ein Waisenkind war, bereuten und bedauer­ten es jetzt. Wenn sie das gewußt hätten, dann hätten sie ihn zu sich genommen und würden jetzt alles in Hülle und Fülle besitzen.

Am Anfang war das Volk der Hochebene voller Wißbegier wegen dieser Sache. Sie fragten sich, wie es nur kam und sein kann, daß die Schafe von Halime jeden Abend satt nach Hause kamen und ihre Euter stets prall gefüllt mit Milch waren. Dagegen waren die Schafe der anderen immer hungrig und hatten keine Milch. Die Leute konn­ten es sich einfach nicht erklären.

Zuerst gaben sie den Schafhirten die Schuld und schölten mit ihnen. Sie sagten:

„Geht und schaut euch mal an, wo Halimes Hirten ihre Schafe weiden lassen. Die Milch tropft den Tieren vom Euter, wenn sie nur laufen. Wer weiß wo die Tiere weiden. Geht auch ihr dorthin, wo sie hingehen, und laßt eure Tiere dort weiden."

Die Hirten waren hilflos. Sie ließen ihre Schafe dort weiden, wo auch Halimes Tie­re weideten. Doch während ihre Tiere sich vor lauter Hunger schlängelten, kamen die Schafe von Halime randvoll und mit Milch gefüllten Eutern zurück.

Dies sahen die Hirten wie auch die Besitzer der Schafe, aber niemand konnte eine Erklärung für die Sache finden. Sie schauten sich bloß immer verwundert an.

Aber natürlich hatte das alles einen Grund. Daß die Schafe von Halime immer satt wurden, während die der anderen hungerten, hatte weder etwas mit dem Gras zu tun, noch etwas mit der Weide. Wenn man Halime danach fragte, antwortete sie: „Dies ist ein Geheimnis Allah's. Alles fing mit der Rückkehr aus Mekka an."

Unser Herr gab Halime alles im Überfluß.

Wißt ihr warum? Die Antwort ist sehr leicht. Halime hatte Allah's liebsten Men­schen zu Besuch.

Die Tage flössen nur so dahin. In der Hochebene der Beni Sa'd nahm die Trocken­heit und der Mangel kein Ende. Das Volk der Hochebene hielt deshalb jede Woche ein Regengebet ab. Sie beteten nach ihrem herkömmlichen Glauben und brachten Opfer für die Götzen dar. Doch es half nichts. Jedesmal gingen sie mit leeren Hän­den nach Hause.

Wieder waren sie zum Regengebet versammelt. Sie flehten und baten inständig, aber nicht ein Tropfen Regen fiel. Da kam einer älteren Frau unser Prophet in den Sinn. Sie sagte zu dem Priester, der das Gebet leitete: „Bei meiner Nachbarin Halime wohnt ein Kind aus Mekka. Seitdem es da ist, erfährt Halime einen großen Wohl­stand." Dann fügte sie hinzu: „Das Kind bringt Glück. Laßt es uns einmal hierher bringen. Vielleicht nimmt dann Gott um seinetwillen unser Gebet an und gibt uns Regen." Der Priester war zuerst etwas verärgert und unschlüssig. Aber als er alles gehört hatte, willigte er ein.

Halime war ebenfalls anwesend. Die alte Frau rannte zu ihr hinüber und erzählte ihr das Vorhaben. Halime war damit einverstanden.

Sie gingen schnell nach Hause. Halime nahm den kleinen Muhammed (a.s.v.) in die Arme und legte ein Tuch über sein Gesicht zum Schutz gegen die Sonne. Nach­dem sie ein Stück gelaufen waren, bemerkten sie etwas Eigenartiges. Eine kleine Wolke spendete ihnen Schatten. Zuerst nahmen sie es nicht wichtig und gingen wei­ter. Aber die Wolke trennte sich nicht von ihnen. Es war, als ob die Wolke sie vor der Sonne schützen wollte. Hz. Halime und ihre Nachbarin waren sehr erstaunt. Nun brauchten sie das Tuch nicht mehr, denn die Wolke reichte völlig aus.

unter dem Wolkenschirm erreichten sie den Versammlungsort. Die Hände öffne­ten sich wieder und die Lippen fingen erneut an Allah anzuflehen. Der Priester nahm unseren Propheten freudig auf seinen Schoß. Alle schauten das Baby an und bete­ten; „unser Herr, für dieses gesegnete Kind bitten wir dich. Spende uns Regen um dieses schönen Kindes willen."

Während des Gebetes schauten die Augen unseres Gesandten in den Himmel. Alle bewunderten diese Augen. Es war gar nicht möglich diese großen, schwarzen Augen nicht zu bewundern.

Das monatelange Warten auf Regen war jetzt zu Ende. Man sah, wie die Wolke über unserem Gesandten größer wurde und sich über den ganzen Horizont ausbreitete.

In kürzester Zeit war aus der klemen Wolke ein riesiges Wolkenaufgebot geworden. Der ganze Himmel war mit Wolken bedeckt.

Freudenschreie ertönten: „Regen, es regnet, es regnet!"

Die Wolken versammelten sich auf den Befehl Allah's. Sie fingen an die Hochebe­ne zu bewässern. Sie fielen tropfenweise, Tropfen für Tropfen auf die Erde. Alle flo­gen vor Freude. Eine ganze Woche hielt der Regen an. Begierig nahm die ausgetrock­nete Erde, die vor lauter Trockenheit aufgerissen war, das Wasser auf. Die Erde roch wundervoll zusammen mit der Freude der Menschen.

Das Volk der Beni Sa'd kannte das Geheimnis der Erfüllung ihrer Gebete ziemlich genau. So sagten sie zueinander: „Jenes mekkanische Kind ist ein Glückskind!"

Das Heranwachsen unseres Propheten verlief anders als das anderer Kinder. Schon mit 8 Monaten fing er an schön und fließend zu reden. Als er zwei Jahre alt wurde, hörte er auf, Milch von seiner Amme zu trinken. Wäh­rend der Zeit, in der er auf der Hochebene lebte, gab es keine Dürre mehr.

Nun war es an der Zeit, die Kinder zurückzugeben. Hz. Halime war sehr traurig. Sie liebte unseren Propheten mehr als ihr eigenes Kind.

Aber sie hatte keine andere Wahl, als ihn seiner Mutter zurückzugeben. Sie und ihr Mann nahmen also Muhammed (a.s.v.) und brachten ihn nach Mekka zu seiner Mut­ter. Hz. Amina war glücklich, ihr Kind wiederzubekommen. Hz. Halime hingegen war tief betrübt, weil sie sich von Muhammed (a.s.v.) trennen mußte. In dieser Lage machte Hz. Halime den Vorschlag: „Wie wäre es denn, wenn Muhammed noch ein bißchen bei mir bliebe? Ich habe Angst, er könnte von der Pest angesteckt werden."

Ihr Anliegen war sehr aufrichtig und kam von Herzen. Hz. Amina konnte ihr diesen Wunsch nicht abschlagen. Sie willigte ein, daß ihr geliebtes Kind noch eine Weile dort bleiben könne. Hz. Halime hatte ihr Ziel erreicht, unser Prophet ging wieder mit sei­ner Amme zurück in die Hochebenen.

Alle sprachen von seiner Schönheit und schauten mit Liebe auf ihn.

Die gleichaltrigen Kinder waren begeistert und begierig mit ihm Freundschaft zu schließen, denn das Spielen mit ihm wurde nie langweilig, unser Gesandter erlebte in den Hochebenen eine schöne und glückliche Kindheit.

Der 'Herr des Universums' war jetzt 4 Jahre alt geworden. Er war schon sehr her­angewachsen. Hz. Halime überlegte, ihn nun seiner Mutter zu bringen. Ihr Mann, Haris, war derselben Meinung. Der Amme Halime tat das weh, aber sie hatte nun mal keine andere Wahl, weil Muhammed (a.s.v.) ihr nur vorübergehend anvertraut wurde.

Muhammed (a.s.v.) hatte im Stamm der Beni Sa'd vier Jahre lang Licht verbreitet und jetzt sollte er seiner Mutter zurückgegeben werden. Halime und ihr Mann kamen nachts in Mekka an. Plötzlich verloren sie unseren Propheten aus den Augen. Hz. Halime und ihr Mann gerieten in Aufregung. Es gab keinen Platz mehr, wo sie noch nicht gesucht hatten, aber sie konnten ihn nicht finden. Sie begegneten seinem Groß­vater und berichteten ihm alles. Er war ganz bestürzt, als er das hörte. Bekümmert und in Sorge fing er an zu suchen. Sie suchten jedoch vergebens, denn unser Prophet war nirgends zu finden.

Da streckte Abdulmuttalib seine Hände aus und flehte Allah an: „Mein Gott, bitte erlasse mir meinen Muhammed."

Im nächsten Augenblick sah er zwei Männer in der Ferne. Sie hatten ein Kind bei sich. Ja, dieses Kind war unser Prophet. Der besorgte Großvater drückte ihn nun an seine Brust. Er küßte und drückte ihn. Dann setzte er ihn auf seine Schulter und sie gingen zur Kaaba. Später brachte er Muhammed (a.s.v.) zu seiner Mutter. Nun Muhammed (a.s.v.) in ihrem warmen Schoß und erlebte die Freude in den Armen seiner Mutter zu sein. Muhammeds Amme kehrte wieder in die Hochebene zurück. Aber sie vergaß unseren Propheten ihr ganzes Leben lang nicht, und unser Prophet ließ den Respekt zu der Person, die ihn vier Jahre lang in den Armen gehalten und aufgezogen hatte, nicht fehlen.