Der Erwartete Gottesgesandte

Unser Prophet war sechs Jahre alt geworden. Seine Mutter Hz. Amina unter­nahm mit ihm eine Reise nach Medina, das damals noch Yatrib hieß. In Medina hat­te sie Verwandte und außerdem befand sich das Grab ihres geliebten Mannes Hz. Abdullah dort. Ummu Eymen begleitete sie auf dieser Reise. Zusammen mit ihr und seiner Mutter besuchte Muhammed (a.s.v.) das Grab seines Vaters. Es war eine sehr traurige Angelegenheit.

Nach vier Wochen Aufenthalt in Medina beschlossen sie nach Mekka zurückzu­kehren. Auf der Rückreise erkrankte Hz. Amina plötzlich. Ihre Krankheit wurde immer schlimmer. Muhammed (a.s.v.) und seine Pflegemutter Ummu Eymen gerieten in Aufregung. Sie konnten gerade noch das Dorf Ebva erreichen. Hz. Amina hatte kei­ne Kraft mehr und warf sich unter einen Baum. Sie war schweißgebadet und Ummu Eymen und Muhammed (a.s.v.) bedeckten sie mit einem Tuch.

unser Prophet war tief bekümmert wegen dem Zustand seiner Mutter. Sein Vater starb, ohne daß er ihn gesehen hatte. Sollte er sich jetzt auch noch von seiner Mutter trennen müssen? Seine Mutter beruhigte ihn, doch die Krankheit hinderte sie am vie­len Sprechen. Einmal verlangte sie nach Wasser und Muhammed (a.s.v.) brachte ihr einen Becher voll, den sie trank. Zusammen mit dem Becher hielt sie die zarten Hän­de ihres Kindes. Sie öffnete ihre Augen und schaute ein letztes Mal auf das wie eine

Sonne leuchtende Gesicht ihres Sohnes.

Sie streichelte ihn mit Liebe und Güte. Hz. Amina fühlte, daß die letzten Momente ihres Lebens bevorstanden. Das brauchte nun kein Geheimnis mehr sein. Jedoch am meisten sorgte sie sich um das Kind, das sie hinterließ. Der Abschied von ihrem Sohn war eine große Qual. In Tränen sagte sie:

„Mein lieber Sohn, möge Gott dich geehrt und dauerhaft machen. Wenn meine Träume wahr sind, vom allmächtigen und großzügigen Gott, wirst du den Söhnen Adams das Verbotene und das Erlaubte als Prophet verkünden und die Religion von deinem Stamme Abrahams vervollständigen. Gott wird dich vor Götzen und vor dem Götzendienst behüten. Alles Lebendige wird einmal sterben. Alles Neue wird einmal alt. Alles Alte wird einmal vergehen. Ich werde auch sterben, aber an meinen Namen wird man sich ewig erinnern, weil ich ein reines Kind geboren habe und einen guten Erinnerer hinterlasse." Das waren ihre letzten Worte. Sie schloß ihre Augen und über­gab ihre Seele dem barmherzigen Gott.

Muhammed (a.s.v.) und seine Pflegemutter Ummu Eymen begruben sie in vie' Trauer. Die Tränen flossen Muhammed (a.s.v.) die Wangen hinunter, Ummu Eymen versuchte ihn zu trösten. „Sei nicht traurig und weine nicht, mein Muhammed." sagte sie, „Gegen den göttlichen Lauf der Dinge können wir nichts tun. Das Leben ist sein und das Eigentum ist sein. Er gab es und er wird es wieder nehmen."

Jetzt war unser Gesandter im zarten Alter von sechs Jahren ohne Vater und ohne Mutter. Aber er war nicht schutzlos. Sein Beschützer und Fürsorger war Allah.

Muhammed (a.s.v.) wurde nun von seinem Großvater Abdulmuttalib aufgenom­men. Abdulmuttalib war der Führer der Koreischiten und schon sehr alt. Auch er hatte seinen Anteil vom Licht Muhammeds (a.s.v.) erhalten. Sein Aussehen war be­eindruckend und würdevoll und in seinem Gesicht trug er ein Leuchten. Er redete nur Gutes und war zurückhaltend. Er war höflich und sein guter Charakter zeichnete sich aus durch Aufrichtigkeit, Freigebigkeit und Taperkeit. Er liebte es, hungrige Leute zu sättigen. Diese Hilfsbereitschaft zeigte er auch den Tieren gegenüber, denn er dach­te selbst an hungrige oder durstige Wölfe und Vögel.

und er liebte Kinder, unseren Propheten liebte er wie sein eigenes Leben. Er war immer gütig zu ihm. Ohne Muhammed (a.s.v.) ging er nirgendwohin, unser Prophet liebte seinen Großvater genauso. Er tat stets was Abdulmuttalib ihm auftrug und sorgte dafür, daß Abdulmuttalib mit ihm zufrieden war. Ja, er tat Dinge, die seinen Großvater mit Stolz erfüllten.

Die Redeweise und das Verhalten Muhammeds (a.s.v.) wies keinen unterschied auf zu dem von Erwachsenen. Manchmal wurden bei Versammlungen Fragen an Abdulmuttalib gestellt und er antwortete nicht, ohne die Meinung unseres Propheten gehört zu haben. Sein Enkel war sein engster Freund und Vertraute.

Trotz alledem ließ es unser Prophet nie an Respekt fehlen und war stets höflich und zuvorkommend gegenüber seinem Großvater.

Abdulmuttalib hatte eine ausgebreitete Matte im Schatten neben der Kaaba. Kin­der durften nicht auf dieser Matte sitzen. Nur unseren Gesandten setzte er neben sich darauf, und Menschen, die Muhammed (a.s.v.) herunternehmen wollten, hinderte er daran. „Laßt meinen geliebten Enkel neben mir sitzen. Er wird eines Tages ein gro­ßer Mensch sein." entgegnete er alsdann.

Einmal schickte Abdulmuttalib seinen Enkel los, die Kamele zu holen, jedoch ver­spätete sich Muhammed (a.s.v.) ein wenig. Abdulmuttalib fing an, sich große Sorgen zu machen. Er ging zur Kaaba, öffnete seine Hände und begann zu flehen: „Mein Gott, gib mir meinen Muhammed wieder!"

Kurze Zeit später kam sein Enkel mit den Kamelen angelaufen. Sein Großvater war überaus erleichtert und nahm Muhammed (a.s.v.) in die Arme. „Mein einziger Sohn", sagte er. „Ich war sehr in Sorge um dich. Ich habe sehr gejammert. Von nun an wer­de ich mich nicht mehr von dir trennen. Ich werde dich nie mehr alleine irgendwohin schicken.

und Abdulmuttalib ließ seinen Enkel von nun an nicht mehr von sich fort.

Zu dieser Zeit erlebte man in Mekka eine große Dürre. Seit Monaten war nicht ein Tropfen Regen gefallen. Man fand nichts mehr zu essen und zu trinken. Abdulmuttalib hatte die Erhabenheit seines Enkels erkannt. Er nahm ihn mit sich und sie stiegen auf den Berg Ebu Kubeys. Die Mekkaner folgten ihnen. Abdulmuttalib drehte sich mit seinem Gesicht in Richtung Kaaba. Er nahm unseren Gesandten in die Arme, hob ihn drei mal hoch und betete:

„unser Gott, um das Recht dieses Kindes willen, beglücke uns mit Regen." Es dauerte nicht lange und der Himmel verdunkelte sich. Es fing an in Strömen zu regnen. Die Regentropfen und die Freudentränen des Volkes mischten sich.

Einmal noch mußte sich Abdulmuttalib von seinem Enkel trennen. Es war, als er als Vertreter der Mekkaner in den Jemen reiste. Der Herrscher des Jemen mit Namen Seyf hatte sein Land von den Äthiopiern zurückerobert. Nun saß er auf dem Thron seines Vaters und die Führer der Stämme Arabiens kamer, um ihn zu beglückwün­schen.

Abdulmuttalib war mit seinem Gefolge angereist. Sie wurden ins Schloß gebeten und Abdulmuttalib stellte sich und seine Gefolgsleute vor.

„Wir", sagte er, „sind von dem Ort, den Allah für heilig erklärt hat. Wir sind die Die­ner der Kaaba."

Der Herrscher hatte aufmerksam zugehört und fragte: „Oh du mit höflichen Wor­ten Sprechender, wer bist du?" und Abdulmuttalib antwortete: „Ich bin Abdulmuttalib, der Sohn Haschims."

Der Herrscher war sehr erfreut: „Ich bin entzückt über deinen Besuch. Wir wissen euch als ehrenwerte Leute zu schätzen. Seid unsere würdigen Gäste."

Abdulmuttalib nahm mit Freude diese Einladung an.

Er und seine Begleiter blieben für einen Monat im Schloß. Doch sie wurden in die­ser Zeit so gut wie vergessen. Weder hatten sie Gelegenheit mit dem Herrscher zu sprechen, noch wurde ihnen erlaubt, nach Mekka zurückzukehren.

Erst nach einem Monat erinnerte sich der Herrscher wieder an seine Besucher. Heimlich rief er Abdulmuttalib zu sich.

„Oh Abdulmuttalib," sagte er, „ich werde dir ein Geheimnis anvertrauen. Ich den­ke, daß dieses Geheimnis etwas mit dir zu tun haben könnte. Es ist eine wichtige Sache, die ich vor anderen geheim gehalten habe."

Der Großvater unseres Gesandten wurde neugierig. „Was ist es denn?" fragte er.

„Es hat etwas mit dem Kind zu tun, das eigentlich zu dieser Zeit schon auf der Welt

sein müßte. Dieses Kind sollte in eurer Gegend auf die Welt kommen. Es hat ein Mut­termal zwischen seinen zwei Schulterblättern. Nachdem sein Vater und seine Mutter gestorben sind, wird ihn zuerst sein Großvater, später sein Onkel zu sich nehmen.

Er wird herrliche Länder erobern und wird bis zur Wiederauferstehung der Führer der Menschheit sein."

„Oh Herrscher!" entgegnete Abdulmuttalib. „Möge dein Leben lang, dein Thron ewig und dein Ruhm hoch sein. Würdest du mir noch mehr über dieses Kind erzäh­len." Der Herrscher sagte nicht nein zu dieser Bitte und redete über manche Zeichen. Schließlich starrte er mit seinen Augen in die Augen Abdulmuttalibs.

„Oh Abdulmuttalib, wenn man all diese Zeichen in Betracht zieht, ist dieses Kind dein Enkel und du bist der Großvater." sagte er.

Als Abdulmuttalib diese Worte hörte, zitterte er und warf sich nieder. Nun war der Herrscher an der Reihe erstaunt zu sein. „Was ist los mit dir, Abdulmuttalib?" fragt er.

Die Augen Abdulmuttalibs leuchteten, und er begann alles zur erzählen, was er wußte: „Oh Herrscher! Ich hatte einen Sohn namens Abdullah. Ich liebte ihn über al­les. Ich ließ ihn mit der Tochter eines Namhaften in Mekka heiraten. Sie bekamen ei­nen Jungen. Er trägt ein Muttermal zwischen seinen Schulterblättern, und alle Zei­chen, die du aufgezählt hast, stimmen mit ihm überein. Seine Eltern sind gestorben und jetzt ist er bei mir." Der Herrscher Seyf hatte also mit seiner Vermutung ins Schwarze getroffen. Auch er war glücklich. Er warf seine Blicke auf Abdulmuttalib und sagte: „Oh Abdulmuttalib! Paß gut auf deinen Jungen auf. Manche Juden wer­den ihn nicht mögen. Sie könnten ihm Schaden zufügen. Halte deine Augen offen."

und er fügte hinzu: „Ich will, daß du noch etwas weißt. Gott wird seinen Gegnern keine Gelegenheit geben."

Nach ein paar Tagen kehrte Abdulmuttalib nach Mekka zurück, beladen mit Ge­schenken des Herrschers. Die Trennung von seinem Enkel war ihm wie Jahre vorge­kommen. Das erste, was er nach seiner Ankunft in Mekka tat, war, Muhammed (a.s.v.) an seine Brust zu drücken. Die Trübnis der Trennung ersetzte er jetzt mit der Freude des Wiedersehens.

Abdulmuttalib wurde eines Tages sehr krank. Sein Alter war ja auch schon weit fortgeschritten. Seine Krankheit wurde Zusehens schlimmer. Wie man sah, war auch für ihn der Tod ziemlich nah. Bis zu diesem Tage hatte er seinen Enkel wie seinen Augapfel behütet. Nun hatte er noch eine letzte Pflicht zu erfüllen. Er mußte jeman­den Vertrauenswürdigen finden, dem er seinen Enkel in Obhut geben konnte. Er rief alle seine Söhne zu sich. Zuerst wandte er sich Ebu Leheb zu. Aber dieser war mit­leidlos und hatte ein Herz aus Stein. Muhammed (a.s.v) ihm zu geben, ließ sein Herz nicht zu. Alsdann drehte er sich zu Abbas hinüber. Auch er konnte es nicht sein, weil er schon viele Kinder hatte. Ihm war es gerade noch möglich, sich um diese zu küm­mern. Nun dachte er an Hamaz. Auch ihn lies sein Herz nicht zu. Er war jung und interessierte sich sehr für die Jagd. Er würde sich womöglich auch nicht genug um seinen Enkel kümmern können. Da drehte er sich zu Ebu Talib. Jetzt sah er klar: „Er ist es. Er ist der Beschützer Muhammeds." Ebu Talib war zwar nicht wohlhabend, an Hab und Gut hatte er nicht viel, aber er war gutmütig, mitfühlend und liebevoll. Nur er kam als Beschützer seines Enkels in Frage.

Abdulmuttallib fragte nun seinen geliebten Enkel: „Mit welchem deiner Onkel wür­dest du gerne zusammen sein?" unser Gesandter gab die Antwort zu dieser Frage durch sein Verhalten. Er stand auf und umarmte seinen Onkel Ebu Talib. Damit machte er allen deutlich, bei wem er bleiben wollte.

Abdulmuttalib lag im Sterben. Vielleicht waren es seine letzten Momente. Er hatte also den Richtigen gewählt. Er würde sich nicht mehr um seinen Enkel zu sorgen brauchen. Zu Ebu Talib gewandt sagte er: „Hör zu, mein Sohn! Ich vertraue dir mei­nen Enkel an. Es ist ein Anvertrauen Gottes. In allem was geschieht, wirst du ihn beschützen." Ebu Talib gab sein Versprechen. Er war sehr angetan und beeindruckt, daß sein Neffe ihn ausgewählt hatte.

Abdulmuttalib lebte danach nicht mehr lange. Ohne daß er seinen Enkel so rich­tig lieben konnte, war er nun in das unendliche Leben gegangen, unser Prophet war sehr traurig über den Tod seines Großvaters. Während der Beerdigung konnte er seine Tränen nicht zurückhalten und weinte. Ganz Mekka war in tiefer Trauer um ihr Oberhaupt.

So vergingen die ersten 8 Jahre unseres Gesandten. Er erlebte viel Kummer, Trau­rigkeit und Leid. Es schien, als wenn seine hohe Seele und sein weiches Herz dafür vorbereitet wurden, den ihn später erwartenden Schwierigkeiten entgegentreten zu können.

Ebu Talib war nicht reich. Trotzdem war er sehr wohltätig. Er besaß nichts als ein Kamel, das Milch gab, und ein paar Schafe und Ziegen, und da er eine große Fami­lie hatte, war der Lebensunterhalt stets knapp.

ungeachtet dessen, wurde er von den Mekkanern sehr geschätzt, denn er war aufrichtig, gütig und hilfsbereit. Keiner hatte je etwas Schlechtes an ihm gesehen.

Ebu Talib liebte unseren Propheten sehr. Er unterschied ihn nicht von seinen eige­nen Kindern. Wohin er auch ging, er nahm ihn mit und setzte ihn neben sich. Er re­dete mit ihm wie mit einem vertrauten Freund.

Ohne Muhammed (a.s.v.) setzte sich die Familie von Ebu Talib nie an den Tisch. Wenn das Essen fertig war, rief ihn sein Onkel. Wenn er kam, gab es Essen im Über­fluß. Am Tisch, an dem unser Prophet saß, wurde jeder satt. Es kam sogar vor, daß etwas übrigblieb. Aber wenn er nicht dabei war, war das Essen weg, bevor jemand satt geworden war.

Auch die Frau Ebu Talibs liebte Muhammed (a.s.v.). Sie achtete auf seine Pflege wie wenn es ihr eigenes Kind wäre. Manchmal beschäftigte sie sich sogar nicht ein­mal mit ihren eigenen Kindern, bevor sie nicht unseren Propheten versorgt hatte. Da­durch versuchte sie zu vermeiden, daß Muhammed (a.s.v.) darunter litt, ein Waisen­kind zu sein. unser Gesandter hörte aber auch niemals mit seiner Respekt serweisung auf. Sehr später, beim Tod seiner Tante, drückte er seine Wertschätzung aus, indem er sagte: „Heute ist meine Mutter gestorben." Dann zog er sein Hemd aus und legte es über sie als Leichentuch. Er stieg sogar in ihr Grab und blieb dort eine Weile.

Die Muslime, die das sahen wurden neugierig und fragten nach dem Grund, un­ser Prophet gab zur Antwort: „Nach meinem Onkel Ebu Talib gab es keinen Men­schen, der mir so viel Gutes tat wie meine Tante. Damit sie ein Kleid des Paradieses tragen kann, habe ich für sie mein Hemd zum Leichentuch gemacht, und damit sie sich an das Grab gewöhnen kann, bin ich ein Weilchen bei ihr geblieben."

Unser Gesandter war zehn Jahre alt geworden. Bei seinem Onkel, bei dem er wohnte, wurde der Lebensunterhalt immer knapper. Er brauchte Hilfe. Seine Ein­künfte bezog er aus den paar Schafen und Ziegen, die er besaß. Dafür mußte er ei­nen Hirten anstellen, der die Tiere auf die Weide brachte. Das aber bedeutete zusätz­liche Ausgaben.

unser Prophet ließ das nicht zu. Er sagte, er wolle die Tiere auf die Weide bringen und hüten. Seinem Onkel sollten so wenigsten unnötige Kosten erspart bleiben.

Sein ihn wie einen leiblichen Sohn liebender Onkel war damit nicht einverstanden. Aber nach dem nachdrücklichen Beharren Muhammeds (a.s.v.), willigte er dann schließlich ein.

Jedoch, auch seine Tante war dagegen. Ihr Herz konnte es nicht zulassen. Sie er­laubte nicht, das Kind, das sie wie ihren Augapfel hütete, jetzt unter die heiße Sonne fortzulassen. Aber unser Gesandter war fest entschlossen und zuletzt schaffte er es auch, daß seine Tante einwilligte.

Von nun an brachte er jeden Tag früh am Morgen die Ziegen und Schafe zur Wei­de. Damit half er seinem Onkel und er hatte jetzt auch die Möglichkeit alleine zu sein. Auf der Weide beobachtete er die Schönheit der Natur und sein Geist genoß es.

Ein Jahr seines Lebens vergingen auf diese Weise, denn unser Prophet mochte es schon mit zehn Jahren nicht, nichts zu tun.

Es waren Jahre nach dem Hüten der Schafe und Ziegen.

Eines Tages ging Muhammed (a.s.v.) mit ein paar Freunden aufs Feld. Zusammen sammelten sie Früchte des Misvakbaumes. unser Prophet lächelte und dann sagte er: „Sammelt die schwarzen Früchte davon. Denn die, die am besten schmecken sind die schwarzen."

Seine Freunde fragten voller Neugier: „Oh Gesandter Gottes, das Gute und das Schlechte dieser Früchte kann nur ein Hirte wissen. Hast du auch Schafe weiden las­sen?"

unser Prophet lächelte erneut. „Alle Gottesgesandten haben einmal Tiere weiden lassen." sagte er und fügte hinzu:

„Moses (a.s.v.) wurde geschickt. Er ließ Schafe weiden. David (a.s.v.) wurde ge­schickt. Er ließ Schafe weiden, und ich ließ die Schafe meines Onkels weiden auf der unteren Seite Mekkas."